Balkon-Bruno

So rechnen wir

Alle Zahlen auf dieser Seite sind Berechnungen aus öffentlichen Daten, keine Messungen und keine Tests. Hier steht, woher die Daten kommen und wo die Grenzen liegen.

1. Regeln

Grundlage des Anschluss-Checks sind EEG, Marktstammdatenregisterverordnung, BGB, WEG, die Produktnorm DIN VDE V 0126-95 (nach DKE-Auslegung), die VDE-AR-N 4105:2026-03 und die Hinweise von Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale. Stand: 6. November 2026. Jeder Prüfpunkt nennt seine Quelle. Die Angaben der Netzbetreiber stammen von deren eigenen Seiten; jede Netzbetreiber-Seite zeigt ihr Prüfdatum.

2. Sonneneinstrahlung

Wir nutzen die mittlere Globalstrahlung 1991–2020 des Deutschen Wetterdienstes: 1.086 kWh/m² im Jahr für Deutschland, aufgeteilt auf die Monate nach den langjährigen Monatsmitteln, und je Bundesland ein Landesmittel (EAH Jena: Trend der Globalstrahlung nach Bundesländern (DWD-Daten)).

3. Ertragsmodell

Für einen Bezugsort in der Mitte Deutschlands berechnen wir mit der quelloffenen Bibliothek pvlib den Sonnenstand im 10-Minuten-Raster über ein ganzes Jahr. Jeder Monat ist eine Mischung aus klaren Tagen (Klarhimmel-Strahlung) und trüben Tagen (30 % davon, nur diffus), so gewichtet, dass die Monatssumme dem DWD-Mittel entspricht. Daraus entstehen je Ausrichtung und Neigung zwei mittlere Tagesgänge pro Monat. Die Umrechnung auf die schräge Modulfläche erfolgt nach Hay-Davies mit 20 % Bodenreflexion, die Modultemperatur nach Faiman. Wir rechnen mit −0,35 %/K Temperaturkoeffizient, 15 % pauschalen Verlusten (Verschmutzung, Kabel, Reflexion, Fehlanpassung) und 96 % Wechselrichter-Wirkungsgrad.

Ergebnis für das Deutschland-Mittel: Süd 30° rund 1.030 kWh je kWp, Süd senkrecht 730 kWh (71 %), Ost/West 30° 810 kWh (79 %). Fraunhofer ISE nennt für senkrecht nach Süden rund 71 % und für Ost/West 30° rund 80 %; die Verbraucherzentrale nennt für ein 400-Wp-Modul senkrecht nach Süden rund 280 kWh im Jahr, also rund 700 kWh je kWp.

Der Wechselrichter begrenzt die Leistung je Stunde auf seine Nennleistung. Weil wir mit mittleren klaren und trüben Tagen rechnen, ist die Abregelung ein Näherungswert.

4. Verbrauch und Eigenverbrauch

Den Verbrauch über den Tag bildet das BDEW-Standardlastprofil H25 für Haushalte ab, je Monat mit Werk-, Sams- und Sonntagen gewichtet und dynamisiert. Ein Standardlastprofil glättet aber die kurzen Spitzen eines einzelnen Haushalts, und damit rechnet man den Eigenverbrauch zu hoch. Wir haben deshalb einen Gleichzeitigkeitsfaktor an veröffentlichten Simulationsergebnissen kalibriert: Für die direkte Nutzung stehen 52 % der stündlichen Last zur Verfügung, für die Entladung eines Speichers mit Lastregelung 95 %. Die mittlere Abweichung zu den Vergleichswerten liegt bei rund 5 Prozentpunkten.

VergleichsfallEigenverbrauchsanteil laut Quelle
1 Person, 1.200 kWh, 800 Wp Süd (HTW-Simulator via ADAC)33 %
3 Personen, 2.400 kWh, 800 Wp Süd (HTW-Simulator via ADAC)51 %
600 Wp Süd 35°, 3.000 kWh (VZ NRW)68 %
600 Wp Ost senkrecht, 1.500 kWh (VZ NRW)56 %

5. Speicher

Speicher werden stündlich simuliert, mit zwei aufeinanderfolgenden Tagen, damit der Ladestand eingeschwungen ist. Nutzbar sind 90 % der Nennkapazität. Für den Wirkungsgrad über Laden und Entladen nehmen wir 90 % bei DC- und 85 % bei AC-Kopplung an; die HTW Berlin rechnet für AC-Speicher mit 82,5 %. DC-Speicher können Leistung oberhalb der Wechselrichtergrenze einlagern, AC-Speicher nur das, was der Balkon-Wechselrichter abgibt. Stand-by-Verbrauch ist nicht berücksichtigt.

6. Geld

Voreingestellt ist der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 laut BDEW von 37,3 ct/kWh (Strompreisanalyse). Ersparnis = selbst genutzte Kilowattstunden mal Strompreis. Eingespeister Strom wird nicht vergütet. Kaufpreise sind Annahmen, die du im Check ändern kannst.

Grenzen

  • Keine Verschattung, keine Schneebedeckung, keine Alterung der Module.
  • Wetter einzelner Jahre weicht vom langjährigen Mittel ab, zuletzt eher nach oben.
  • Ein Landesmittel kann innerhalb des Bundeslands um einige Prozent schwanken.
  • Dein Haushalt verbraucht anders als ein Durchschnittsprofil. Wer tagsüber zu Hause ist, nutzt mehr selbst.

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